Fabian

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Fabian. Die Geschichte eines Moralisten ist Kästners ein Roman für Erwachsene. Fabian galt in der nationalsozialistischen Lehre als 'entartet' und führte dazu, dass Kästner bis 1945 verboten war.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Fabian. Die Geschichte eines Moralisten beschreibt verschiedene Anekdoten aus dem Leben von Dr. Jakob Fabian im Berlin des Jahres 1931.

Eine ausführliche Zusammenfassung des Inhalts findet sich hier.

Protagonisten

  • Dr. Jakob Fabian ist die Hauptperson des gleichnamigen Romans.
  • Dr. Stephan Labude, der beste Freund von Fabian. Er kommt aus reichem Elternhaus und ist ebenfalls Doktor der Literaturwissenschaften. Er ist im Gegensatz zu Fabian sehr ehrgeizig und hat ein konkretes Lebenssziel. Er arbeitet an seiner Habilitationsarbeit über Lessing. Auf Grund eines angeblichen Misserfolgs seiner Habilitationsarbeit bringt er sich gegen Ende des Buches um.
  • Cornelia Battenberg, ist die Freundin Fabians. Sie will Kariere machen und nimmt deshalb ein sehr unmoralisches Angebot eines Filmproduzenten an. Daraufhin trennt sich Fabian von ihr.

Entstehung

Literaturhistorische Gattung

Fabian ist ein neu sachlicher Großstadtroman.

Die Neue Sachlichkeit ist eine Stilrichtung der Malerei, Literatur und Architektur. Sie umfasst die Zeitspanne von 1920-30. Die Sprache ist umgangssprachlich, sachlich, journalistisch, nüchtern, emotionslos und distanziert. Entscheidend ist der Blick des neutralen Beobachters.

In "Fabian" sieht man dies vor allem an den Überschriften der Kapitel, die wie Schlagzeilen einer Zeitung aufgemacht sind, und an der (scheinbaren) Gefühllosigkeit Fabians. Der einzige offensichtliche Gefühlsausbruch Fabians findet nach dem Selbstmord Labudes statt.

Fabian ist ein Großstadtroman. Ein Großstadtroman behandelt die Konflikte, Erfahrungen und Erlebnisse (z.B. Angst, Bedrohung oder Entfremdung) einer unüberschaubaren Millionenstadt. Der wohl bekannteste Großstadtroman ist „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin.

Hinweise zur Interpretation

Satire

Fabian ist ein satirischer Roman. Eine Satire ist eine Werkgattung die sich dem Stilmittel der Übertreibung bedient. Die kann zum Beispiel besonderst ironisch, zornig, bissig, komisch oder ernst sein. Man nennt es eine Werkgattung und keine Textgattung deshalb, weil es auch in Form von einer Karikatur, eines Films oder einer Fernsehsendung vorkommen kann. Satirische Karikaturen kommen oftmals in Tageszeitungen mit politischen oder sportlichen Hintergrund vor. Die wohl bekanntesten deutschen, satirischen Fernsehsendungen sind wohl „Scheibenwischer“ und „Die Harald Schmidt Show“, sowie auch "Giaccobbo/Müller" aus der Schweiz.

Fabian der Moralist

Ein Moralist ist ein Beobachter der menschlichen Lebensweisen, der diese wahrnimmt, über diese Urteilt, jedoch dies nicht nach den gesellschaftlichen Moralvorstellungen sondern nach seinen eigenen Moralvorstellungen.

Im Fabian lässt sich das beispielsweise wie folgt belegen:

  • Fabian geht oftmals ins Bordell, doch als Cornelia das unmoralische Angebot des Filmproduzenten annimmt ist dies für ihn sehr unmoralisch.
  • Die Schlussszene, als Fabian mit dem Wissen, dass er nicht schwimmen kann in den Fluss springt um den kleinen Jungen zu retten.

Autobiographische Bezüge

In der Geschichte Fabians werden die autobiografischen Bezüge zu Erich Kästner so deutlich wie in keinem seiner anderen Werke.

  • Kästner, Fabian und Labude sind alle drei Doktoren der Literaturwissenschaft.
  • Kästner und Fabian haben sich beide während des ersten Weltkrieges einen Herzfehler zu gezogen und können deshalb ihren Wunschberuf des Pädagogen nicht ausüben.
  • Fabian ist Werbetexter in der Werbeabteilung einer Tabakfabrik. Kästner sagte immer, dass er eine kleine Versfabrik habe.
  • Fabian und Kästner haben beide eine enge Bindung zu ihrer Mutter. Doch da sie nicht viel Zeit mit ihr verbringen können, pflegen sie einen ständigen Briefkontakt zu ihr.
  • Kästner und auch Fabian sind beide in Dresden aufgewachsen und ihre Eltern haben dort ihr Leben verbracht.
  • Während der Studienzeit Kästners nahm sich ein Mitstudent das Leben, nachdem sich Freunde den Scherz erlaubt hatten, ihm zu sagen, er sei durchs Examen gefallen. Im Roman nimmt sich Fabians Freund Labude auch wegen eines solchen Missverständnisses das Leben.

Wirkungsgeschichte

Inszenierungen

Film

Fabian, BRD 1979/80

Regie: Wolf Gremm
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Fabian ist ein Roman. Ein Roman hat nicht wie ein Drama nur einen, sondern mehrere, sich überlappende Handlungsstränge. Außerdem ist der Roman nicht wie das Drama für den Zuschauer sondern für den Leser geschrieben. Normalerweise ist ein Roman nicht in Akte oder Szenen eingeteilt, sondern ein durchgehender Textblock. Doch die Kapitel im Fabian sind wie Szenen.

Gerade deshalb eignet sich Fabian gut zur Verfilmung. Und Fabian wurde auch verfilmt. Doch es gibt einige Unterschiede zwischen dem Film und dem Buch:

  • Der Film beginnt wie auch das Theater erst bei der wesentlichen Handlung des Romans.
  • Es werden nicht alle Details auf gezeigt und es wird nicht auf jedes Detail eingegangen.
  • Manche Dinge sind anders, wie z.B. am Ende, als Fabian nach Dresden fährt und in den Laden seiner Mutter kommt. Im Buch handelt sich es um einen Seifenladen, im Film jedoch um einen Bücherladen.

Theater

Jahr Premiere Ensemble Ort Regie
2006 7.4.2006 Landestheater Tübingen Simone Sterr
2003 14.9.2003 Maxim Gorki Theater Berlin Joachim Meyerhoff

Bibliographie

Primärtext

  • Kästner, Erich: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten. München: DTV, 21. Aufl., 2005, ISBN 3-423-11006-6, Taschenbuch
  • Kästner, Erich: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten. Hamburg: Atrium, 1985, ISBN 3-85535-909-1, Gebundene Ausgabe
  • Kästner, Erich: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten. Hamburg: Atrium, 2006, ISBN 3-85535-976-8, Gebundene Ausgabe
  • Kästner, Erich: Fabian. The Story of a Moralist. London: Libris, 1989, ISBN 1870352459, Gebundene Ausgabe, englisch

Sekundärliteratur

gedruckte

  • Rauch, Marja: Erich Kästner: Fabian. (Oldenbourg Interpretationen Band 99) München: Oldenbourg Schulbuch, 2001, ISBN 3-486-88746-7, Taschenbuch

nicht gedruckte

Pressestimmen

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